Donnerstag, 26. April 2012

Umfrage

Ausgefüllte Formulare: 54

Wie bei jeder Umfrage gibt es Schwachstellen.
Die beginnt bei meinen Fragen, bin kein professioneller Umfragefragenfrager.
Einige werden nicht mitgemacht haben, weil die Umfrage von mir kam.
54 Personen sind ein respektables Ergebnis, ich kenne viele als regelmäßige Milongabesucher und von den Grundaussagen und erkennbaren Trends kann die Umfrage mMn durchaus als repräsentativ angesehen werden. Freu mich über Kommentare von Statistikspezialisten.

Hier nun die Ergebnisse im einzelnen!

Die Grafiken sind hoffentlich verständlich, zB die erste zeigt links von den Balken die gegebenen Optionen (Anzahl Milongabesuche pro Woche) und rechts davon sowohl in Prozent als auch in absoluten Nennungen. Also 21 Personen (40% der teilnehmenden Personen) gaben an 2 Milongas pro Woche zu besuchen.

Ergänzen ist bei dieser Grafik, dass es doch einige Personen gibt, die die Bäckerstraße am Samstag und die Morocha am Sonntag als bevorzugte Milonga frequentieren, offenbar mangels Teilnahme an dieser Umfrage hier nicht repräsentiert werden.
Auch die Rote Bar ist eine sehr frequentierte Veranstaltung und es gilt die gleiche Vermutung.


Preis!

Niemand will Gratismilongas, die Mehrheit pendelt sich zwischen 5 und 8 EUR ein. Ich kann von der Galeria aus eigener Erfahrung berichten, dass die EUR 6 KEINE spürbare Auswirkung hatten, die Preiselastizität hier also nicht hoch war. Die Tangolounge (freier Eintritt) am Montag ist anders positioniert, hier geht es mittelfristig darum, Gäste zu haben, die (noch :) keine Tänzer sind und die einen chilligen Abend mit Freunden verbringen wollen.

Dazu passt dieses Ergebnis, 2/3 verneinen die Frage, ob sie mehr konsumieren würden, wenn Eintritt billiger.


DJ



Tangounterricht Inland

Hier das erste Ergebnis das nachdenklich stimmt, aber ausgehend, dass die Mehrheit der Ausfüllenden regelmäßige Milongabesucher sind, und somit erfahrene Tanzende, verfestigt sich die Meinung der meisten, dass es in Wien an guten professionellen Tangolehrern mangelt. Es verfestigt sich weiters an der sehr einfachen Beobachtung, dass bei internationalen events die hiesigen Tangolehrer massiv unterrepräsentiert sind. Offenbar reicht die Kursklientel, die ohnehin großteils NIE regelmäßiger Milongabesucher wird, um ausreichend Geld zu verdienen. Und offenbar verspüren die Wiener Tangolehrer kein großes Bedürfnis sich weiterzubilden. 
Auf der anderen Seite sind die zahlreichen Angebote eine Eintrittspforte für viele. 
Dass das Angebot an lokalen Weltmeistern, die selbst tänzerisch und pädagogisch im internationalen Vergleich definitiv nicht mithalten können (das ist wie im österreichischen Fußball) eine dementsprechende Nachfrage nach sich zieht ist offensichtlich. Es fehlen die jungen Nachwuchs-Talente! Die haben bis auf wenige Ausnahmen schlicht und einfach kein adäquates Angebot in Wien.



Von denen die dies mit JA beantwortet haben, sieht die Frequenz folgendermaßen aus


Workshops mit ausländischen Gastlehrern

Da sieht das Ergebnis spiegelverkehrt zu den lokalen Lehrern aus. Also fast 4 von 5 (!!!) geben an, workshops mit Gastlehrern zu konsumieren. Das heißt natürlich noch lange nicht, dass diese gut sind, aber es heißt zumindest, dass sie von jemandem für gut befunden wurden, eingeladen zu werden. 
Wieviele österreichische Lehrer werden von anderen Tangoszenen zum Gastunterricht eingeladen?

Spannend ist die Abfrage nach den Preisen, es verfestigt sich der Eindruck, dass die jetzt verlangten Preise im Schnitt eine Spur zu teuer sind.

Die Zusatzfrage verfestigt diesen Eindruck.



Besuch von Festivals, Marathons im Ausland

Dieses Ergebnis ist aufgrund der Struktur der Antwortenden und den bisher gegebenen Antworten erwartbar! Hervorzuheben sind die 27% der Antwortenden, die angeben, dass sie mehr als 6 pro Jahr ausländische Festivals und Milongas besuchen!





Kommentare




Hier nun in loser Folge, anonym alle Kommentare, die hinterlassen wurden. Die Aufforderung war etwas zu schreiben, das jemand schon immer zum Thema Tango Argentino loswerden wollte.





Dazu fehlt momentan leider die Zeit...




Preise von Milongas aber besonders auf Festivals (Tango Amadeus) emfinde ich als eine große (Aus)Selektion... Billigste Milonga um 19€ schliessen viele durchschnittsverdiener aus, und als Alleinerziehende kommt es für mich gar nicht in Frage (man muss sich immer alles zwei mal überlegen ob man wo teilnimmt, und wenn schon workshop sein kann, sind 19€ zusätzlich zu viel...)


Ich kenne die Tangoszene nur in Wien und das erst seit 2 Jahren: ich finde es schade, dass es nicht mehr "Freidenker" gibt. Sehr viele glauben die Weisheit des Tangos mit dem Löffel gegessen zu haben und der/die Einzige/r zu sein, der weiß wie man Tango tanzt.
Schade, denn mir geht es um die Liebe zur Musik, zum Tanz, ohne dem ich nicht leben möchte und nicht um Leistungsdenken und Glaubenskrieg. Lasst uns Tango tanzen, jeder wie er es spürt!


Ich bin ein "Sonderfall": Ich war eigentlich schon vor 13 (!) Jahren dabei, habe aber dazwischen immer wieder einige Jahre pausiert. "Netto" sind es somit nur 7 Jahre (Früher gab es jedoch eher schlechte Tangolehrer.....)
Nunmehr nehme ich öfter Privatunterricht bei Maria und Pablo. Sie unterrichten hervorragend und gehen auf meine individuellen Wünsche ein. Ich bin ihnen sehr verbunden da sie mir nach meiner sehr langwierigen "Chemo" einen Physiotherapeuten erspart haben. (Damals hatte ich noch extreme Gleichgewichtsstörungen) Ich merke, dass ich (und  meine Tanzpaartnerinnen) sehr von ihnen profitieren
Es hat sich ein recht freundschaftliches Verhältnis entwickelt und ich versuche sie zum Besuch der anderen Milongas zu motivieren.


Habt Euch doch Alle lieb!!!!


Leider versuchen die meisten Milongas einem uraltem Ideal nachzueifern, das heute nicht mehr zeitgemäß ist. Und wenn dann eine historische Platte den ganzen Abend läuft, dann hab ich wieder für lange Zeit genug. Mehr Abwechslung!!


Für meinen Geschmack kommen genügend Gastlehrer aber ich finde es häufig die Falschen. Argentinier sind, zumindest als Lehrer, etwas überschätzt. Zu viele sind auf Nicht-Milonga-taugliche Figuren fixiert.


Bitte an alle: Mehr Rücksicht nehmen, wenn auf der Tanzfläche viel los ist: nie Rückwärtsschritte (ohne vorher zu schauen, ob Platz ist), keine unkontrollierten Boleos etc. -- Wie könnten wir das in unserer Szene zur Regel machen? Es passiert leider zu oft, dass man Tritte und Verletzungen abbekommt...


ich habe nicht die Zeit das ganze Angebot zu nutzen, werde aber versuchen in Zukunft flexibler zu agieren


Gibt es bei TA Taxi-TaenzerInnen ?
Waere schoen, dann kaemen auch AnfaengerInnen zum Tanzen.


Vielen, vielen Dank an Dich Christian für Dein unerschütterliches Engagement, Deine vielen guten Ideen und Aktionen, Deinen persönlichen Bildungsauftrag (insbesondere was Milonga-Betragen betrifft), der im Ergebnis das Tanzen in der Galeria so angenehm macht, die vielen DJ-Einladungen und vor allem für die wunderbare Musik; die Freitage in der Galeria werden wirklich immer besser und besser! Bitte bitte weiter so!
Einen winzigen Hauch von Kritik muss ich leider doch noch anbringen: Die von Dir für Flyer   bevorzugten Sujets triefen leider häufig vor allzu plakativer weiblicher Erotik. Man könnte dir natürlich zugute halten, dass Du mit dieser - wenngleich wenig subtilen - Strategie die Männer anlocken willst, die uns im allgemeinen ja fehlen. Aber egal, ob Du jetzt aus edlen Motiven diese Bilder aussuchst oder nach persönlichem Geschmack - ich schlage vor, dass Du für jedes weibliche Sexy-Hasi auf einem Flyer mindestens ein männliches Sexy-Hasi auf demselben oder einem anderen Flyer abbildest. Dann haben wir Frauen auch was Schönes zum anschauen, freuen uns und fühlen uns nicht einseitg in billige Klischees gepresst.
Abrazo!


Dass die Männer auf den Milongas auch nicht so perfekt tanzende Damen auffordern, und wenn, dann nicht so viel herumkritisieren, es könnte vielleicht auch an ihnen liegen!




Der Überhang an "middle-aged ladies" liegt am Unterhang von middle-aged men. Die von Xello beklagte Tanzschulmittelmäßigkeit der middle-aged ladies sehe ich nicht so, sehr wohl leuchtet mir aber die Selbstüberschätzung bzw Verbesserungsresistenz eines Gutteils der vorhandenen middle-aged men in den diversen Milongas entgegen.




Ich finde auch Practicas sehr wichtig. Die gibt es leider wenige, obwohl ich weiß, dass die Versuche welche zu organisieren nicht so gut laufen. Deswegen möchte ich auf diesem Weg allen die es immer wieder versuchen und sich Konzepte überlegen wie, wann und wo sie zu organisieren herzlich danken und auf ihre Ausdauer, Ideen und Durchhaltevermögen hoffen, damit bald auch die Practicas zu dem immer besseren Angebot dazugehören und den TänzerInnen wie den OrganisatorInnen Freude machen.




An Argentinien und Italien gefällt mir, dass sich die Tänzer an Tandas und Cortinas halten, und die Tänzer viele verschiedene Frauen an einem Abend auffordern, d.h. das man viel zum Tanzen kommt.




Ein Kommentar zur "cool people" und "crowd people" Diskussion unlängst auf fb: Ein bisschen weniger Arroganz, meine Herren. Wir tanzen auch nicht so gerne mit schwabbeligen, zudem oftmals nicht so besonders gut riechenden Männern. Und was das Tanzniveau betrifft: Auch die, die sich hier für Götter halten, sind oft nur reichlich mittelmäßig. Wirklich "cool people" sind diejenigen, die offen sind, sich nicht in Pseudo-In-Zirkeln abschotten und wirklich gut tanzen können. Unabhängig vom Alter.




Es wäre schön, wenn man (frau) sich mehr auf das eigentliche Tanzen und nicht auf Klatsch und Tratsch bzw. Gruppenbildung konzentrieren  und die alltäglichen Sorgen und Probleme draussen lassen würde. Das würde die eventuelle Ähnlichkeit mit einem Heurigen vermeiden lassen und eine komplettere Atmosphäre wie  zB in einer klassischen Milonga in BsAs schaffen.

Tango ist ein Tanz. Nicht mehr und nicht weniger.
Mein Getränkekonsum hängt wesentlich von der gebotenen Auswahl ab und natürlich vom Preis der Getränke. Bier sollte auch in 0.5 Liter Flaschen/Krügerl angeboten werden.
Das Verhältnis Eintritt/Getränkepreis sollte ausgewogen sein, also hoher Eintritt und billige Getränke oder umgekehrt.




In Wien fehlen regelmäßige Milongas mit Live-Musik.
Rote Bar ist ein interessantes Angebot, jedoch auch mit größerem Anteil von Non-Tango Musik.
Angebote wie das Collegium Milongerium müssten regelmäßig, mindestens 14-tägig stattfinden. Und so brillant wie beim Collegium müsste es nicht einmal klingen. In einer Stadt wie Wien, mit vielen vielen jungen Musikern in der Ausbildung müsste es doch gehen. Wen es Milongas mit Livemusik 1x im Monat, das es dass selbst schon in einem Dorf wie Galway, Irland schon gab...
Die Mischung aus Milongaeintritt und Getränkepreise fände ich überdenkenswert. Für den Preis von 1/8 Wein in Wien bekomme ich in Stuttgart fast schon ein 1/4 gleicher Qualität...


Ich tanze und lerne erst 7 Monate TA.
Ich muss auch erst Erfahrungen sammeln.
Ich besuche verschiedene Milongas in Wien, bei der zutreffenden Frage gab es nur eine Möglichkeit auszuwählen.
Es wäre schön, wenn es vielleicht auch "Taxi-TänzerInnen" auf den Milongas gäbe, damit Anfänger die Möglichkeit haben mehr zu Tanzen um Erfahrung und Praxis zu sammeln. Ich würde da sogar etwas dafür bezahlen. Diese Taxi-TänzerInnen sollten sich aber dann auch wirklich um die Anfänger bemühen.
Ist mit WS auch ein Kurs gemeint ? Das ist aus der Frage nicht zu erkennen. Denn ich besuche Kurse und Work-Shops zusätzlich auch noch Privatstunden.
Ich bin süchtig nach TA !  ;-)




Wegen Milonga DJs Frage: Ein guter DJ ist natürlich wichtig, aber ich kenne mich nicht genug in der Szene aus, dass ich bestimmte DJs kenne oder bevorzüge.




Bessere bzw. überhaupt Koordination von Gastlehrern - damit nicht an einem WE mehrere und dann wieder gar keine da sind.




Wenn der Milonga Eintritt billiger wäre, würde ich mehr Getränke konsumieren.
Ich lege Wert auf Tandas und Cortinas abhängig von was für Musikart gespielt wird.
Super Aktion!!! ich freu mich auf die Ergebnisse :)




ad milongabesuche pro woche: abhängig v tj u ob traditionell
ad choice1: würde mehr trinken, wenn es wieder preiselbeersaft gäbe!
preis gastlehrer: da kommt es auf die qualität, das engagement des gastlehrers und die schüleranzahl an. bevor ich einen überfüllten kurs , egal zu welchen preis besuche, nehme ich lieber privatstunden od. spare mir das geld f privatunterricht in bsas!
finde die div querelen, feindseligkeiten u "wadlbeissereien", die dzt wieder vorherrschen in so einer kl tangoszene echt zum KOTZEN!!!!


Tanz des Herzens!

1 Kommentar:

  1. Vielen Dank Christian für die Umfrage und Darstellung der Ergebnisse. Vieles trifft sicherlich auch auf andere Tango Szenen in Europa zu und es wäre sicherlich hilfreich auch in anderen Städten eine ähnliche Umfrage zu starten.
    Einen herzlichen Gruss aus Kopenhagen,
    Bärbel

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