Sonntag, 22. April 2012

La noche de la Morocha




Donaucitykirche, Veranstaltungssaal
Donau-City-Straße 2, U1 Kaisermühlen, Ausgang Schüttaustraße
Alejandra Rogel Alberdi
Milonga La noche de la Morocha
Veranstaltungstag: Sonntag


19.30-21.00 Kurs, Technik für Männer und Frauen EUR 20
21.00-24.00 Milonga, EUR 8

Teilnehmerzahl Kurse: 4 bis 7 Paare

Teilnehmerzahl Milonga: 30-50 Personen
Tanzniveau: mittel-hoch
Für Anfänger geeignet: mittel

Eine Milonga braucht neben einem engagierten Veranstalter und einem guten TJ auch Raumglück. Das ist wenigen gegeben, u.a., weil das Tango Argentino Publikum selten eng mit den Bars wird, sondern lieber eng die Tanzfläche frequentiert.
Wenn das ganze dann noch in einem Pfarrsaal mit Bildern aus diversen Therapiegruppen versehen stattfindet, braucht es viel innere Stärke den Sonntag Abend dort zu verbringen.
Aber es zahlt sich aus. Es ist die einzige Milonga, in der rund um die pista (Tanzfläche) Tische aufgestellt sind, die zumind. ein bisschen Buenos Aires Gefühle aufkommen lassen. (Anm.: in Buenos Aires ist es üblich auf Milongas zu essen, was nicht heißt, dass alle Besucher essen müssen, aber es erklärt die Tische. Außerdem erleichtert es den Cabeceo - die stumme Aufforderung zum Tanzen per Kopfbewegung).
Das Stammpublikum -wie oft in Wien eher clanartig- ist sehr traditionell ausgerichtet, Nuevo-Tanz Akrobatiken eher spärlich, wenn doch bei manchen ein offensichtlich einstudierter Schritt unverhohlene Bewunderung auslöst. Wenngleich mit etwas Belustigung.

Legendär ist das jedes Mal stattfindende Quiz, das in der Aussprache der Gastgeberin -offenbar gewollt- zum Quitzt mutiert. Man sagt den Ungarn ja nach, dass, wenn sie als adultos Deutsch lernen, sie ihren Akzent nie ganz los werden. Wir wollen Argentinien als zweites Land in dieses ranking aufnehmen.
Ziel des Quitzt ist es, im Rahmen einer Tanda dasjenige Lied zu finden, das nicht reinpasst. Für Nicht-Traditionalisten ist schon die Fragestellung absurd, für Traditionalisten eine durchaus reizvolle Aufgabe. (das geübte Ohr erkennt natürlich sofort die Milonga die Vargas mit eigenem Orchester eingespielt hat vs. die Fassung mit D'Agostino...) Wer rät, kommt nach wahrgenommenen Wahrscheinlichkeiten des Autors mit der Ziffer 3 am besten weiter.
Als Belohnung gibt es eine CD.

Fazit: eine schrullige Milonga mit best music und authentischem Buenos Aires feeling.
Die Lichtstimmung, sowie die unsäglichen Psychobilder an der Wand, gepaart mit christlicher Basisenergie (Leiden!) verschaffen dem Ganzen eine Einzigartigkeit, die einzigartig ist.

Hingehen! ev. eigene Flasche Wein mitnehmen, weil der dargebotene selbst bei größter Sympathie für die Veranstalter untrinkbar ist. Und bei schlechtem Wein hört die Freundschaft auf!


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